Kees heißen Gletscher in diesem Teil Österreichs, abgeleitet von chés, dem althochdeutschen Wort für Kälte und Frost. Die Eiszeiten haben die Hohen Tauern über die Jahrtausende hinweg geprägt und ihr heutiges Aussehen gestaltet. Das glaziale Geschiebe mit seinem mitgeschleiften Sand, den spitzen Steinen und dem Geröll modellierten Abhänge und Senken. Es vertiefte die Kerbtäler zu runderen Becken und schuf steile, von Wasserfällen durchzogene Felswände. Frost, Regen und Stürme setzten den aus dem Eisstrom ragenden Bergen zu und meißelten sie zu schroffen Zacken und Zinnen. Aus Mulden und Quelltrichtern wurden Kare, der Moränenschutt ließ Höcker und vertiefende Wannen entstehen. Die ehemals sanfte Urlandschaft veränderte sich zu einem zerklüfteten, schrundigen Höhenzug mit Gletschern, die den Zeiten trotzen.Susanne Schaber (FAZ)