Was aber ist es, was Anguilla so anziehend macht? Es muss diese unaufgeregte, fast heitere Form von Abgeschiedenheit sein. Sie ist wie ein Geheimnis, das man mit Freunden teilt und vielleicht auch mit Fremden, die man sympathisch findet, sonst aber lieber für sich behält. Wie ein verstecktes Lieblingslokal, eine einsame Badestelle, ein Fleckchen im Wald, an dem Steinpilze wachsen. Etwas, das man nicht mit allen teilen möchte. Orte wie Anguilla bieten, ohne dem Zeitgeist nachzulaufen, eine Reduzierung, die sehr zeitgemäß wirkt. Die Dinge des Lebens. Vom Einfachen das Beste. Das mögen Schlagwörter sein, aber es sind auch Reduzierungen, die dem reizüberfluteten Großstadtmenschen des 21. Jahrhunderts immer reizvoller erscheinen.Christian Eichler (FAZ)